Natürlich intelligent

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Dies war das Motto der 21. Auflage der Chemnitzer Linuxtage, welche am letzten Wochenende in der Orangerie auf der Reichenhainer Straße stattfanden. Wie auch in den vergangenen Jahren, waren wir wieder mit einem Stand vertreten und konnten unser Netz über die vorhandene Infrastruktur ausstrahlen.

Die Veranstaltung selbst fühlte sich wie ein Klassentreffen an. Viele der freien Projekte, aber auch die Firmenaussteller, sind regelmäßig da. So verwundert es nicht, dass man sich mittlerweile kennt. Da die Chemnitzer Linuxtage eine echte Institution ist, finden sich auch unter den Besuchern allerhand Menschen aus ganz Deutschland und dem Rest des Globus. So hatten wir an unserem Stand Besuch von einigen anderen Freifunk Initiativen. Mit dabei waren diesmal unter anderem aus Troisdorf, Ingolstadt und Brandenburg an der Havel.

Die zwei Ausstellungstage dienten natürlich auch dazu aufzuklären was eigentlich die Idee hinter Freifunk ist, denn bekannt ist der Name zumindest bei der Zielgruppe der Veranstaltung. So gab es für uns auch ein Dank von Leuten, die regelmäßig auf das Netz angewiesen sind und das nicht nur in unserer Community. Daher sollten sich auch alle anderen Freifunk Initiativen an dieser Stelle bedacht fühlen. Ihr seid großartig.

In der Zeit zwischen den Fragen kamen wir auch noch dazu an der Weiterentwicklung unserer Firmware zu arbeiten. Pünktlich vor dem ersten Ausstellungstag wurde eine neue Version von Gluon veröffentlicht. Diese haben wir prompt zum backen einer neuen experimentellen Firmware genutzt. Sie enthält schon die aktuellsten Funktionen, wie die Auswahl der Domäne (des Ortes) und die Möglichkeit den Standort direkt per Karte zu wählen im Konfigurationsmodus. Während des Wochenendes ist auch experimentelle Gluon Unterstützung für ein neues Routermodell, den TP-Link TL-WR902AC, entstanden. Vielleicht wird daraus ja das nächste Einsteigermodell zum Aufstellen eines eigenen Knotens.

Jahresende – Ein Bericht

Zwischen 17. Dezember 2018 und 7. Januar 2019 haben sich ein paar Dinge getan bei uns. Wir haben die Zeit genutzt und einiges ausprobiert.

Bei dem alljährlichen Familientreffen der Chaos-Community waren auch wir zugange. Nachdem wir letztes Jahr an einem Congress-Experiment gescheitert waren, haben wir es dieses Jahr besser vorbereitet. Dabei ging es um den Versuch wie schnell das Chemnitzer Freifunk Netz sein kann. Wir haben uns einen Rechner mit einiger Rechenleistung und einer 10 GBit/s Netzwerkkarte mit passendem Kabel organisiert und auf dem Congress in die YoloColo gestellt. Dies wurde für die Zeit des Congress unser einziger Exit-Server. Weiterhin wurden 2 VPN-Gateways auf diesen Computer umgeleitet. Das Fazit lautet: Scheinbar hat zwischen den Jahren kaum jemand unser Netz benutzt.

Daneben haben die fleißigen Entwickler von Gluon, unserem Firmware-Unterbau, eine neue Version (2018.2) veröffentlicht. Diese basiert nun auf einer deutlich neueren Version von OpenWrt (18.06). Dadurch wird das Unterstützen weiterer Geräte stark vereinfacht. Dies haben wir als Anlass genutzt eine neue experimentelle Firmware zu veröffentlichen. Diese werden wir in den nächsten Wochen testen und früher oder später in den stabilen Betrieb überführen. Als markantes neues Feature kommt hinzu, dass im Konfigurationsmodus der Ort des Knotens per OpenStreetMap ausgewählt werden kann. Ihr seid sehr herzlich eingeladen eure Knoten auf diese Version umzustellen und uns somit bei dem Test und der Umstellung zu helfen. Bei OpenWrt steht in der Entwicklung aktuell auch ein größerer Umbau der Standardarchitektur ar71xx zu ath79 an. Die meisten der unterstützten Router basieren auf der Chipfamilie von Atheros. Für diese Umstellung hat eine Person unserer Community die OpenWrt ath79 Unterstützung für ein Gerät entwickelt. Der GL-AR750S könnte damit ein neues Standardgerät werden. Mit einem Preis von 50 € entspricht das auch etwa unseren bisherigen Dual-Band-fähigen Geräten. Eine weitere Person hat versucht den TP-Link Archer C20 v1 in Gluon zu bekommen. Leider ohne Erfolg, da das Geräte 2,4 GHz und 5 GHz nicht gleichzeitig für Clients und das Mesh ausstrahlen wollte.

Ansonsten wünschen wir euch natürlich ein erfolgreiches Jahr 2019.

Funker unter Makern

Unser Stand bei der Maker Faire Sachsen 2018

Auch dieses Jahr haben wir die Maker Faire Sachsen mit unserem Netz unterstützt. Mit bis zu 135 verbundenen Geräten und über das Wochenende verteilt etwa 114 GiB Traffic haben wir viel mobiles Datenvolumen gespart. Videos und Bilder, zum Beispiel die der sebstgelöteten LED-Sterne des Chaostreff Chemnitz e.V., landeten mit durchschnittlich bis zu 85 Mbit/s im Netz. Dabei haben wir neue Kontakte in Nachbarländer geknüpft, unser Netz wieder allen Besuchern und Makern zur Verfügung stellen dürfen und im Gegenzug selbst auch einige tolle Sachen anderer Maker bestaunen dürfen. Besonders am Sonntag war nach der Kinder-Uni viel los. Der anhaltende Besucheransturm auch im zweiten Jahr überzeugte nicht nur uns, dass es viele Interessierte gibt, die gern auch eigene Sachen zusammen basteln und wie wir ungewöhnliche Lösungen für manchmal einfache Probleme finden. Uns bleibt daher nur uns bei allen Besuchern und vor allem den Organisatoren der Maker Faire zu bedanken. Wir freuen uns auf das nächste Mal.

Jeder fängt mal an

Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch dieses Jahr wieder als Aussteller auf den nunmehr 20. Chemnitzer Linuxtagen teilgenommen. Es fühlte sich an wie ein Klassentreffen.

Wir konnten in diesem Jahr wieder unser Netz auf dem Veranstaltungsgelände mit anbieten und es wurde auch rege von zeitweise über hundert Nutzern in Beschlag genommen.

Vielen Interessenten konnten wir am Stand erklären, warum wir eigentlich gern unser Netz teilen und wie einfach das eigentlich auch zu Hause geht. Wir waren diesmal auch zu viert bei der Standbetreuung, sodass man auch von einer erfolgreichen Nachwuchsgewinnung sprechen kann.

Wir freuen uns jedenfalls schon auf die nächsten Linuxtage.

Internetbrachenumgestaltung

eine Richtfunkantenne versorgt ein Kunstfestiva

Noch während wir mit unserem mobilen Setup auf den Begehungen unterwegs waren, hat uns dieses Jahr der Notruf von der ibug ereilt. Nach einer ersten Begehung des riesigen Geländes konnten wir – zumindest für dieses Jahr – eine Komplettvernetzung aus Zeitmangel ausschließen. Dennoch haben wir nach einigen Tests und Frickeleien zumindest das Team der ibug mit dem dringend benötigten Bits und Bytes versorgen. Final haben wir dazu die großen Geschütze ausgepackt um bis zu 25Mbit synchron auf ein Gelände zu bringen, wo schon Strom und Wasser zu den Hürden der Organisation gezählt haben. Abertausende Besucher haben es an zwei Wochenenden gedankt und ein so in Chemnitz noch nie dagewesenes Festival für urbane Kunst genossen. Auch wir sind ein klein wenig Stolz unseren Beitrag geleistet zu haben und hoffen in den kommenden Jahren noch mehr machen zu können. Wer Lust hat auch seine Lieblingsveranstaltung zu verfreifunken, kann einfach mal montags zur Sprechstunde vorbeischauen und uns helfen anderen zu helfen.

Es funkt im Kulturpalast. Glauben Sie uns!

Seit gestern hat das Institut Potemkin geöffnet. Wie schon seit einigen Jahren bieten wir auch dieses Jahr wieder Freifunk auf den Begehungen. Auch dieses Jahr liegt unser Netz dabei Huckepack auf dem für die Inklusion aufgebauten Netz des Chaostreff Chemnitz e.V. So bieten wir in Kooperation dreier Vereine im zweiten Jahr in Folge eine komplett medial erfahrbare Ausstellung für mobil eingeschränkte Personen. Dank vieler toller Freifunkrouterbetreiber und weiterer Unterstützung scheinen wir dem bisherigen Ansturm gewappnet zu sein. Noch bis zum Sonntag kann man nach Jahren des Leerstandes noch bis Sonntag die Werke von 23 Künstler*innen bestaunen, am den einen oder anderen Teil vom Rahmenprogramm miterleben oder einfach entspannt im Kulturkaffee bei verschiedenen Leckereien für jeden Geschmack abhängen und seine Eindrücke direkt mit anderen teilen.

Ein Besuch lohnt sich. Glauben Sie uns!

Willkommen in Chemnitz

Dieses Wochenende konnte man uns zum „Willkommen in Chemnitz“ in Stadthallenpark wieder mit Fragen löchern. Natürlich haben wir auch unser Netz mitgebracht und in der Spitze etwa 125 Nutzer gleichzeitig mit WLAN versorgt. Bei bestem Wetter gab es Spiel und Spaß für die ganze Familie. Wer uns dieses Wochenende verpasst hat, hat nächsten Samstag auf dem Brühl nochmals die Gelegenheit uns auch außerhalb unserer Sprechzeiten zu treffen, zu fachsimpeln, neue Ideen mitzubringen, mitzumachen. natürlich kann man auch ganz im sinne der Veranstaltung einfach den „Brühl neu entdecken“.

Wir machen WLAN

Unser Stand auf der Maker Faire Sachsen

Dieses Wochenende fand in der Stadthalle in Chemnitz die erste Maker Faire Sachsen statt. Da auch wir etwas machen, haben wir uns dort mit einem Stand präsentiert. Wir hatten schon vorher unsere Technik darauf vorbereitet den ganzen Veranstaltungsort mit unserem Netz zu versorgen.

Anfänglich waren wir uns nicht sicher, ob wir dort hin passen würden, allerdings sind unsere Vorbehalte am Samstag relativ schnell verflogen. Die positive Resonanz auf unser Netz und unseren Stand war beeindruckend. Das Publikum unterschied sich dabei wesentlich von dem das wir beispielsweise bei den Linuxtagen regelmäßig antreffen.

Wir hatten auch erstmals Flyer dabei und haben auch alle 200 Stück unters Volk gebracht. Dabei haben wir einige interessante Kontakte geknüpft und hoffen natürlich nun auch darauf, dass wir ein paar neue Knoten aufstellen werden. Zeitweise waren mehr als 100 Geräte in unserem Netz eingebucht. Es wurden etwa 50 Gigabyte Daten übertragen. Die Hauptbeschäftigung der Besucher lag also nicht darin im Netz zu surfen. Am Sonntag haben wir unsere Präsentation ein wenig erweitert. Unser neues Maskottchen, das WLAN-Einhorn in der Mitte unseres Standes, sorgte für einige Schmunzler bei den Besuchern, als sie es erblickten. Erstaunen kam in dem Moment hinzu als sie merkten, dass es auch wirklich ein WLAN-Einhorn ist.

Die Technik in der Stadthalle spielte gut mit unserer zusammen, sodass wir daran arbeiten werden das Netz auch bei anderen Veranstaltungen dort zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns schon auf die Maker Faire Sachsen 2018.

Barrieren einreißen bei den Linuxtagen 2017

Einer der wichtigsten Termine in unserem Kalender sind jedes Jahr die Chemnitzer Linuxtage. Auch in diesem Jahr waren wir mit einem Stand dort vertreten. Zusätzlich zum Stand war auch unser Netz über die vorhandene Infrastruktur parallel zum Veranstaltungsnetz verfügbar. Ohne das wir gesondert dafür warben verirrten sich teilweise über 250 Clients gleichzeitig in unser Netz.

Unser diesjähriges Setup war stark an die Standardkonfiguration unserer Knoten angelehnt, sodass wir leichter Statistiken über die verbundenen Clients und die übertragenen Daten anfertigen konnten. Die Daten haben wir auch live auf einem Dashboard für die Besucher dargestellt. Es haben sich wieder allerhand Besucher an unserem Stand über unser Netz informiert und andere Freifunk Communities schauten auch auf einen Plausch vorbei um Erfahrungen auszutauschen.

 

Ein Highlight dieses Jahr war die Verleihung des Thomas Krenn Awards. Die Community aus Frankfurt am Main hatte sich für diesen beworben und auch einen Preis gewonnen. In Ermangelung von Vertretern aus Frankfurt haben wir den Gutschein und den Pokal stellvertretend entgegengenommen. Grund für die Würdigung war die Verflechtung von gesellschaftlichem Engagement mit technischer Hilfe, die auch uns letztes Jahr mit der Auszeichnung zum Chemnitzer Friedenspreises zu Teil wurde. Beide Preise bestärken uns darin, dass wir unsere Kraft richtig einsetzen und unser Netz eben nicht nur ein Spielplatz für ein paar Enthusiasten ist. Wir werden auch weiterhin Barrieren einreißen, die Menschen daran hindern Informationen frei zu nutzen und zu teilen.

Steffen nimmt stellvertretend den Thomas Krenn Award entgegen.

Steffen nimmt stellvertretend den Thomas Krenn Award entgegen.

Wir können auch Parteitage

Abseits von der reinen Vernetzung, kümmern wir uns auch um Lobbyarbeit. Da liegt es natürlich nahe, auch mal ein paar Erfahrungen mit größeren Veranstaltungen zu sammeln.

So fand am 5. und 6. November die Landesmitgliederversammlung der sächsischen Piraten in Chemnitz statt. Die Location hatte nur einen Nachteil. Es gab keinen Internetanschluss im Haus. Der Versammlungsort war allerdings in der Nähe einer größeren Meshwolke. Also haben wir die 500 Meter bis dahin überbrückt und den Parteitag mit Netz versorgt. Dort brachte statistisch jeder Besucher zwei WLAN-Geräte mit.

Kurz danach kamen auch die Grünen auf uns zu, ob wir nicht deren Landesdelegiertenkonferenz mit unserem Netz ausstatten können. Diese fand am 25. und 26. November in der Sachsenlandhalle in Glauchau statt. Dort gab es zwar einen Internetanschluss, allerdings waren etwa 200 Besucher erwartet worden. Also planten wir etwas größer und installierten temporär entsprechende Technik.

Beide Netze kamen bei den Besuchern sehr gut an und wir haben dabei einiges gelernt über Umgebungen mit vielen Clients auf wenig Fläche.